Schockmoment
Wie Sie ja bereits wissen, waren die Felllosen in der vergangenen Woche täglich unterwegs. Der Partner von Kind2 musste zum Zahnarzt und da der große Kerl vor diesem Weißkittel panische Angst hat, brauchte er eine Begleitung. Klar hätte der Opa-Papa alleine fahren können, aber die Felllose stieg immer mit in den kleinen Flitzer, denn meistens wurde nach der Behandlung noch etwas unternommen. Wie auch an diesem besagten Dienstag. Alle 5 quetschten sich in den kleinen Japaner und los ging es von A nach B quer durch die Stadt.

Vor der Praxis angekommen, wollte der Felllose seine Jacke aus dem Kofferraum nehmen. Doch da war sie nicht. Keiner hatte die Jacke gesehen oder konnte sie finden. Bis es dem Opa-Papa wie Schuppen von den Augen fiel: Beim Zusteigen der Passagiere hatte er die Jacke aus dem Kindersitz genommen, sie auf´s Autodach gelegt und dort vergessen. Klar das die der Fahrtwind heruntergeweht hat. Das wäre ja eigentlich auch nicht so tragisch gewesen, hätte die Oma-Mama die Brieftasche vom Felllosen wie immer in ihrer Tasche. Hatte sie aber ausgerechnet an diesem Tag nicht, da hatte sie der Zweibeiner – Sie ahnen es sicher -i n seine Jacke gesteckt. Fluchend stieg das Zweibein mit der Oma-Mama also sofort wieder in das Auto und raste zurück. Klar waren alle Ampeln rot, wie konnte es anders sein. Und die Hoffnung, die Jacke wieder zu bekommen, schwand mit jeder Sekunde, die verstrich.
Wie gesagt, der Opa-Papa gab reichlich Gummi, nur noch wenige 100 Meter bis zum Haus von Kind2 (2). Und dann sah er sie da liegen (1), mitten auf der 4spurigen Fahrbahn. Kaum stand Flitze hinter der Verkehrsinsel und somit wirklich mitten auf der Straße, war auch die Oma-Mama schon aus dem Flitzi gesprungen und hielt todesmutig den heranbrausenden Verkehr an. Zur Jacke rennen, diese schnappen und wieder rein in die Kiste, das war alles eins. Und dann erst einmal tief durchatmen, denn die Brieftasche war noch drin, der Inhalt vollständig. Zum Glück hatte der Wind die Jacke nämlich an einem strategisch günstigen Platz vom Dach geweht: Weit genug entfernt von der Bushaltestelle und an einem Punkt, wo alle Fahrer nach dem Warten an der Ampel (3) Gas geben.

Puh, da hat der Felllose wirklich Riesenschwein gehabt. Und wissen Sie, wahas? Die Oma-Mama bekam keine Panikattacke, obwohl die Situation ja nun wirklich ein ausgezeichneter Auslöser gewesen wäre. Der doofe Herr Kopf scheint wirklich verschwunden zu sein. Das der Opa-Papa jetzt natürlich immer gefragt wird, ob er auch seine Jacke dabei hat, ist wohl klar. Ein “running Gag”, den er sich sicher noch die nächsten 1-10 Jahre anhören muss. Ich werde auch sicherheitshalber gleich noch einmal gucken, ob dieses Bekleidungsstück wirklich an der Garderobe hängt. In diesem Sinne …
♥lichst Ihr Thor Löwenherz
Richtung beibehalten

Heute stand der vierteljährliche Check bei der Fr. Kopfarzt an. Und nachdem sich der unbeliebte Untermieter das letzte Mal Ende Januar meldete, war der Termin auch ganz schnell wieder vorbei. Einziges Gesprächstthema: Die Absetzung des Opipramol, das Allround-Medikament, was sofort bei “Kopf-und-Seelen”-Erkrankungen zum Einsatz kommt. Meist bevor eine genaue Diagnose feststeht.
Opipramol ist eines der am häufigsten verordneten Psychopharmaka in Deutschland (Stand 2011). Es wirkt beruhigend, stimmungshebend sowie angst- und spannungslösend. Der beruhigende Effekt tritt vor Einsetzen des stimmungshebenden ein. Opipramol wird eingesetzt bei Verstimmungszuständen einhergehend mit Angst, Unruhe, Spannung, Schlafstörungen und Depressivität. Opipramol gilt als nicht abhängig machend, zumindest besteht kein bekanntes vom Wirkstoff selbst ausgehendes Abhängigkeitspotenzial. Die beruhigende Wirkung von Opipramol kann jedoch beim Absetzen ins Gegenteil umkehren und eventuell noch bestehende Störungen wieder demaskieren, so dass der Wirkstoff – wie alle Psychopharmaka – kontrolliert und langsam abgesetzt werden sollte. [Quelle: Wikipedia]
Demaskieren! Jahrelang wartete die Felllose geduldig auf den Moment, um es zu wagen, den Herrn Kopf zu demaskieren und die rosa Pille abzusetzen. Vor 2 Wochen nun war sie der Meinung, das das jetzt der richtige Zeitpunkt wäre und verzichtete auf die letzte viertel Dosis. Und es stimmt, sie hatte wirklich keine Entzugserscheinungen. Und der Herr Kopf wurde auch nicht wach! Aber wissen Sie, was komisch ist? Obwohl das Medikament ja stimmungsaufhellend ist, hat die Oma-Mama jetzt noch bessere Laune und traut sich viel mehr zu. Zum Beispiel Autofahren – und zwar in diese Richtung:

Somit nimmt die Oma-Mama jetzt nur noch eine Minidosis Trevilor, auch Venlafaxin genannt. Das wird wohl auch noch eine Weile zu bleiben, denn die Fr. Kopfärztin will auf Nummer sicher gehen. Außerdem dauert ja auch so eine Räumungsklage ihre Zeit. Wir jedenfalls glauben jetzt ganz fest daran, das irgendwann die Panikattacken wieder verschwunden sind und die Felllose wieder ganz gesund ist. In diesem Sinne …
♥lichst Ihr Thor Löwenherz
Räumungsklage
Voriges Wochenende war es wieder einmal so weit: Nachts bekam die Felllose einen ihrer gefürchteten Fusskrämpfe und dackelte heimlich ins Bad, um bei einem warmen Bad die Muskeln zu lockern. Während sie also auf dem WC sitzend dem Wasser zu sah, wie es in die kleine Wasser lief, merkte sie plötzlich, das der Herr Kreislauf wohl keine Lust mehr auf diese nächtlichen Spielchen hatte und sich langsam verabschiedete. Glücklicherweise tauchte in diesem Moment gerade der Opa-Papa auf, paßte auf, das die Oma-Mama nicht auf den gefliesten Badboden fiel und brachte das Blut in Wallung. Seins, nicht das der Felllosen. Er schimpfte nämlich wieder einmal wie Rohrspatz. Aber mittlerweile wissen Sie ja, warum.
Irgendwann lag die Felllose jedenfalls auf dem Sofa im Wohnzimmer und es wurde der Blutdruck gemessen: 98/61 und ein Puls von 43. Okay, das war etwas niedrig, aber nachdem der Opa-Papa den Herrn Kreislauf unter der Decke entdeckt hatte und diesen ganz schnell dazu animierte, seine Tätigkeit aufzunehmen, ging es der Oma-Mama innerhalb von 5 Minuten wieder blendend. Und siehe da, auch der Fusskrampf war weg. Vorsorglich wurde trotzdem noch ein Fussbad gemacht und 2 Magnesiumtabletten eingeworfen.
Einigen von Ihnen wird diese Geschichte jetzt sehr bekannt vorkommen, denn genauso war es damals, als Herr Kopf hier einzog. Doch diesmal hat er das Spektakel total verpennt, es kam keine Panikattacke. Diese sind sowieso sehr selten geworden. Mittlerweile hat die Oma-Mama sogar wieder Lust, Auto zu fahren, was in den letzten Jahren gar nicht ging. Und deshalb haben wir jetzt Räumungsklage eingereicht, wir schmeissen ihn jetzt einfach raus, diesen Herrn Kopf. Bekanntlich dauern ja diese Klagen doch einige Zeit, aber wir hoffen alle, ihn in diesem Jahr noch loszuwerden. In diesem Sinne …
♥lichst Ihr Thor Löwenherz
Richtungswechsel

♥lichst Ihr Thor Löwenherz
Zu früh gefreut
Da haben wir uns wohl gestern zu früh gefreut, denn kurz nach meinem Eintrag erwachte er doch noch – der Herr Kopf. Und der zeigte uns ganz deutlich, in welche Richtung es geht …

Gegen 20 Uhr rollte die erste Panikattacke an, die aber ganz schnell bekämpft werden konnte. Hier hilft dann auch oft eine ASS zur Beruhigung, schützt doch dieses blutverdünnende Mittel vor den vorgegaukelten Ereignissen wie Schlaganfall und Herzinfarkt. Und jetzt bitte dazu keine Gegenargumente anführen!!!
Etwas später entdeckte dann der Felllose die entzündete Wade der Oma-Mama. Hier hatte sie vor einer Woche etwas gestochen und verursachte immer wieder heftigen Juckreiz, dem sie wohl irgendwann nachts einmal nachgegeben haben muss. Mein Gott, das sieht wirklich echt schlimm aus, Abgehärtete können das Bild hier sehen – und so hat sich auch der Opa-Papa sehr erschrocken. Sogar der Felllosen wurde es beim Anblick schlecht und die 2. Panikattacke ließ dementsprechend auch nicht lange auf sich warten. Auch die Angewohnheit des Zweibeiners, immer dann lauthals und lang andauernd los zu meckern, wenn er sich Sorgen macht (fragen Sie mal die Kinderlein, die können davon ein Lied singen), trug nicht unbedingt zur Entspannung der Situation bei. Trotz allem versorgte er liebevoll das Bein der Oma-Mama und ab ging es ins Bett.
Nachdem sich der Opa-Papa endlich nach einer Stunde beruhigt hatte, hätte einer geruhsamen Nacht nichts mehr im Wege gestanden, wenn, ja wenn da nicht der Fußkrampf gewesen wäre, der die Oma-Mama nach 3 Stunden Schlaf wieder ins Bad getrieben hat. Dort wurde er so heftig, das es der Felllosen schlecht wurde. Natürlich mit Paniattacke Nr. 3 im Schlepptau. Aber auch diese Hürde hat sie genommen und heute geht es ihr den Umständen entsprechend schon wieder gut. Und wir, wir hoffen hier wirklich alle, das es bei diesem kurzen Intermezzo vom Herrn Kopf bleibt. Da klopfe ich doch gleich mal auf Holz. In diesem Sinne …
♥lichst Ihr Thor Löwenherz
Nach 2 Jahren
Nach 2 Jahren mußte der Opa-Papa der Felllosen heute Nacht eine Tavor verabreichen, weil einfach nichts mehr ging. Ein Weinkrampf nach dem anderen, eine Panikattacke nach der anderen – die Oma-Mama schaffte es diesmal nicht, aus dem Kreis auszubrechen und auch der Herr Kopf hatte Probleme, bei diesem Gefühlssturm in seiner GehirnRindenschale nicht zu kentern.
Aber was war geschehen? Eigentlich nichts oder viele kleine Geschichten: Das Urmelchen ist böse hingefallen (hat sich aber nichts getan), das Jobcenter akzeptiert die gemeldete Trennung der Bedarfsgemeinschaft nicht und verkündete die Einfrierung der Zahlung für den Dezember (natürlich nur vorsichtshalber), Familienfotos wurden geguckt und dabei Bilder von Personen ausgegraben, die immer die Tränen fließen lassen und dann, dann hat sich die Oma-Mama das Zahnfleisch nur ganz, ganz leicht verletzt, aber die wahnsinnige Angst vor dem Zahnarzt machte ein richtiges Drama draus.Ach so, und der 1. Advent ist auch noch!
So blieb dem Opa-Papa wirklich nichts anderes übrig, als der Zweibeinerin gegen 5 Uhr früh so eine Pille einzuwerfen. Da nach 5 Stunden Schlaf die Wirkung nur gering nachgelassen hat, hoppelt heute die Oma-Mama stark schaumgebremst durch die Gegend. Was das nächste Drama nach sich ziehen könnte! Denn wenn wir sie alle überholen, dann bekommt sie wieder Kopf, weil sie denkt, sie bekommt jetzt einen Herzinfarkt, weil nicht leistungsfähig. Ein Teufelskreis! Aber wir werden ihn wie immer alle gemeinsam meistern.
♥lichst Ihr Thor Löwenherz
Verpiss Dich!
Eigentlich wollte ich das Wochenende so viel schreiben. Über das Treffen mit dem sprechenden Baum, über unser neues Haustier, den 3D-Malteser, darüber, was die Felllosen mit 10 kg Sand machen, Fr. Murmel und der Herzchaosmama ihre Frage, warum ich Thor Löwenherz heiße, beantworten. Und dann wacht dieser Knaller, dieser ungebetene Gast, dieser Herr Kopf auf. Wann kapiert dieser Typ endlich einmal, das er hier nicht gerne gesehen ist? Eijh, Junge, verpiss Dich! Leider habe ich keine große Hoffnung, das der auf mich hört. Hoffentlich schickt ihn die örtliche Narkose am Dienstag – eine weitere Leberfleckentfernung steht an – wieder in den Tiefschlaf. Dann hätte ich endlich wieder Zeit und Muße, über alles zu berichten. Aber solange der Kerl wach ist, muss ich die Oma-Mama ablenken. Ich bin dann mal wieder Kunststücke vollbringen …
♥lichst Ihr Thor Löwenherz