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Das Leben der Zweibeiner aus Sicht eines Zwergkaninchens

Kategorie: Panikattacken

Voriges Wochenende war es wieder einmal so weit: Nachts bekam die Felllose einen ihrer gefürchteten Fusskrämpfe und dackelte heimlich ins Bad, um bei einem warmen Bad die Muskeln zu lockern. Während sie also auf dem WC sitzend dem Wasser zu sah, wie es in die kleine Wasser lief, merkte sie plötzlich, das der Herr Kreislauf wohl keine Lust mehr auf diese nächtlichen Spielchen hatte und sich langsam verabschiedete. Glücklicherweise tauchte in diesem Moment gerade der Opa-Papa auf, paßte auf, das die Oma-Mama nicht auf den gefliesten Badboden fiel und brachte das Blut in Wallung. Seins, nicht das der Felllosen. Er schimpfte nämlich wieder einmal wie Rohrspatz. Aber mittlerweile wissen Sie ja, warum.

Irgendwann lag die Felllose jedenfalls auf dem Sofa im Wohnzimmer und es wurde der Blutdruck gemessen: 98/61 und ein Puls von 43. Okay, das war etwas niedrig, aber nachdem der Opa-Papa den Herrn Kreislauf unter der Decke entdeckt hatte und diesen ganz schnell dazu animierte, seine Tätigkeit aufzunehmen, ging es der Oma-Mama innerhalb von 5 Minuten wieder blendend. Und siehe da, auch der Fusskrampf war weg. Vorsorglich wurde trotzdem noch ein Fussbad gemacht und 2 Magnesiumtabletten eingeworfen.

Einigen von Ihnen wird diese Geschichte jetzt sehr bekannt vorkommen, denn genauso war es damals, als Herr Kopf hier einzog. Doch diesmal hat er das Spektakel total verpennt, es kam keine Panikattacke. Diese sind sowieso sehr selten geworden. Mittlerweile hat die Oma-Mama sogar wieder Lust, Auto zu fahren, was in den letzten Jahren gar nicht ging. Und deshalb haben wir jetzt  Räumungsklage eingereicht, wir schmeissen ihn jetzt einfach raus, diesen Herrn Kopf. Bekanntlich dauern ja diese Klagen doch einige Zeit, aber wir hoffen alle, ihn in diesem Jahr noch loszuwerden. In diesem Sinne …

♥lichst Ihr Thor Löwenherz

♥lichst Ihr Thor Löwenherz

Da haben wir uns wohl gestern zu früh gefreut, denn kurz nach meinem Eintrag erwachte er doch noch – der Herr Kopf. Und der zeigte uns ganz deutlich, in welche Richtung es geht …

Gegen 20 Uhr rollte die erste Panikattacke an, die aber ganz schnell bekämpft werden konnte. Hier hilft dann auch oft eine ASS  zur Beruhigung, schützt doch dieses blutverdünnende Mittel vor den vorgegaukelten Ereignissen wie Schlaganfall und Herzinfarkt. Und jetzt bitte dazu keine Gegenargumente anführen!!!

Etwas später entdeckte dann der Felllose die entzündete Wade der Oma-Mama. Hier hatte sie vor einer Woche etwas gestochen und verursachte immer wieder heftigen Juckreiz, dem sie wohl irgendwann nachts einmal nachgegeben haben muss. Mein Gott, das sieht wirklich echt schlimm aus, Abgehärtete können das Bild hier sehen – und so hat sich auch der Opa-Papa sehr erschrocken. Sogar der Felllosen wurde es beim Anblick schlecht und die 2. Panikattacke ließ dementsprechend auch nicht lange auf sich warten. Auch die Angewohnheit des Zweibeiners, immer dann lauthals und lang andauernd los zu meckern,  wenn er sich Sorgen macht (fragen Sie mal die Kinderlein, die können davon ein Lied singen), trug nicht unbedingt zur Entspannung der Situation bei. Trotz allem versorgte er liebevoll das Bein der Oma-Mama und ab ging es ins Bett.

Nachdem sich der Opa-Papa endlich nach einer Stunde beruhigt hatte, hätte einer geruhsamen Nacht nichts mehr im Wege gestanden, wenn, ja wenn da nicht der Fußkrampf gewesen wäre, der die Oma-Mama nach 3 Stunden Schlaf wieder ins Bad getrieben hat. Dort wurde er so heftig, das es der Felllosen schlecht wurde. Natürlich mit Paniattacke Nr. 3 im Schlepptau. Aber auch diese Hürde hat sie genommen und heute geht es ihr den Umständen entsprechend schon wieder gut. Und wir, wir hoffen hier wirklich alle, das es bei diesem kurzen Intermezzo vom Herrn Kopf bleibt. Da klopfe ich doch gleich mal auf Holz. In diesem Sinne …

♥lichst Ihr Thor Löwenherz

“Die schwachen Momente des Kopfes sind oft die schönsten Stunden des Herzens!”

Dieser Spruch stammt definitiv nicht von einem Panikpatienten, dafür lege ich mein Pfötchen in die Pfanne. Wieso ich mir da so sicher bin? Na, weil die Oma-Mama heute wieder einmal schwache Kopfmomente hatte und die keineswegs für schönen Herzschmerz sorgten. Im Gegenteil, der war wieder einmal sehr realistisch. Ursache: Die Felllose hatte ihre morgendliche Tablettenration vergessen.

Ihr Thor Löwenherz

Vorige Woche war ja die Oma-Mama mal wieder zum vierteljährlichen Kopfcheck. Wie immer begleitete sie der Opa-Papa, denn dieser Pflichtbesuch wird immer mit einem verspäteten Frühstück beim Urmelchen verbunden.

Natürlich ist die Oma-Mama schon groß und geht alleine in das Behandlungszimmer und läßt den Felllosen im Warteraum zurück. Und diesmal hat sich der Zweibeiner so seine eigenen Gedanken über die Mitwartenden gemacht:

“Es ist schon auffällig, das hier bedeutend mehr Frauen als Männer sitzen. Das hat sicher damit zu tun, das Frauen immer mit allen Sorgen der anderen konfrontiert werden. Die Kinder laden alles ab, der Ehemann und die Frau hat niemanden. Im Gegenteil, sie muss immer schlichten und richten. Und wenn dann die Frauen nicht mehr können, verschwinden die Männer und die Kinder lassen sich nicht mehr blicken. Dabei  hätte das mal die Frau viel eher tun sollen …”

Ist das nicht süß vom Opa-Papa, wie er die Arbeit der Frau als Ehefrau und Mutter würdigt? Dafür bekommt er heute einen dicken Mümmelschmatz von mir. Den hat er sich doch verdient oder meinen Sie, das ist zu viel des Guten?

♥lichst Ihr Thor Löwenherz

Seit Herr Kopf hier vor fast 4 Jahren eingezogen ist, hat sich doch einiges geändert. So hat er zum Beispiel eine der Urängste – die Angst vor der Dunkelheit – wieder bei der Oma-Mama geweckt. Es ist jetzt nicht so, das die sich wahnsinnig fürchtet und deshalb immer ein Lämpchen brennen lassen muss – obwohl das gerade zu Beginn der Krankheit wirklich der Fall war. Jetzt ist es mittlerweile so, das die Felllose nur noch eine leichte Panik befällt, wenn sie nachts aus unerklärlichen Gründen wach wird. Dann ist alles so leise, nichts vertreibt die Angst. Deshalb hatte sich ja die Oma-Mama und ich auch schon einmal mit dem Thema Hörbücher beschäftigt, nämlich hier. Auch wenn damals die Kommentare eher negativ ausgefallen sind, hat die Felllose immer wieder darüber nachgedacht. Noch dazu wo es bei Audible so oft kostenlose Hörbücher (Deal) gibt. Aber für diese braucht man einen audible-fähigen MP3-Player und die sind teuer und gibt es leider auch für Panikpatienten nicht auf Rezept.  Okay, Musik tut es ja auch. Aber so ein hartes Gerät auf oder im Ohr? Nachts? Das ist unbequem und gewöhnungsbedürftig, wie auch Fr.  Annelie schon  nebenbei bemerkt hatte Bis Fr. Abby der Oma-Mama einen Tipp gab: Hol dir doch ein Musikkissen. Die sind flauschig-kuschelig weich und trotzdem hörst Du – und nur Du – alles. Gesagt, auf die Lauer gelegt, getan. Und so zog schon vor einigen Tagen ein Musik-Kissen ein.

Schnell noch den MP3-Player verkabeln und schon sang das kleine Äpfelchen. Selbst das Urmelchen war begeistert.

Aber wie es so ist: Die Oma-Mama dachte immer wieder an ihre Hörbuch-Sammlung und fragte die  Fr. Abby: “Hast Du vielleicht ein passendes Abspielgerät? Es darf aber nicht teuer sein!” Und auch diesmal konnte die liebe Fr. Abby der Oma-Mama helfen. Ihr erster kleiner (E)Ipod zog ein, natürlich in apfelgrün.

Und jetzt hört die Oma-Mama Stimmen in der Nacht oder kurz vor dem Einschlafen. Zur Zeit liest ihr gerade Jürgen Domian seine Geschichte Der Gedankenleser” vor. Sehr empfehlenswert.

Und der Opa-Papa? Was ist mit dem? Der kann endlich wieder ruhig schlafen. und achtet nicht mehr auf jedes Geräusch von der Felllosen.  Macht also so eine Art Schönheitsschlaf! Sehr empfehlenswert, hat er nämlich bitter nötig.

Und ich? Ich stelle Ihnen noch ein Rätsel! Für wieviel hat die Oma-Mama die 2 Dinge von der Fr. Abby bekommen? Schauen Sie sich mal die 2 Bilder richtig an und Sie kommen auf die Redewendung. Da bin ich mir ganz sicher.

♥lichst Ihr Thor Löwenherz

Einigen von Ihnen wird dieser Artikel bekannt vorkommen, denn er wurde schon einmal in Oma-Mamas 1. Blog veröffentlich. Da das Thema die Felllose aber gerade zu den “Jahrestagen” immer wieder beschäftigt, habe ich ihn übernommen, denn wir glauben, das gerade die Geschehnisse der Schattenseite ein Grund für das Erscheinen von Herrn Kopf sind. Hier also nun die Geschichte – von der Oma-Mama ertzählt:

Ying und Yang, die Sonnen- und Schattenseite des Lebens! Wie eng diese 2 Seiten manchmal zusammenliegen, musste ich genau heute vor 6  Jahren erfahren.

Früh, gegen 7.oo Uhr, klingelte bei uns das Telefon, am anderen Ende war meine damals hochschwangerne Tochter: „Vati, ich habe Bauchschmerzen.“ „Warte, ich geb Dir mal Mutti.“ „Mutti, ich bin vor Bauchschmerzen aufgewacht.“ „Wie sind denn die Bauchschmerzen? Ziehend?“ „Ja.“ „Spatz, das sind keine Bauchschmerzen, DAS sind die Wehen. In welchem Abstand kommen sie denn?“ „Warte mal, ich muss mal messen! … So alle 5 Minuten!“ „Spatz, Du ziehst Dich jetzt bitte an. Gib mir mal bitte Deinen Mann …!“ Schnell noch meinen Schwiegersohn ein paar kleine hilfreiche Instruktionen erteilt und das Gespräch war zu Ende. An Schlaf war natürlich nicht mehr zu denken – man wird ja nicht jeden Tag Oma und Opa.  Nach relativ kurzer Zeit (ich glaube, es war so 2 Stunden später) klingelte das Telefon erneut und unser Schwiegersohn verkündete uns stolz die Geburt seines Töchterchen. Beide (Mama und Kind) waren wohlauf. Gratulation!!!

Zufriedenheit, Glück und auch eine Portion Stolz – das waren die Gefühle an diesem Tag. Bei rocon machte sich allerdings auch eine bleiernde Müdigkeit breit. Unser Yorkirüde „Susi“, damals bereits über 17 Jahre alt, litt an den typischen Alterserkrankungen – fast blind, konnte das Wasser nicht mehr allzu lang anhalten bzw. sich dann draußen sehr schwer lösen. Schon seit Wochen schob rocon deswegen Nachtschichten, ging 24.00 Uhr und zwischen 2-3 Uhr noch einmal mit ihm Gassi. Da er ja nun an diesem Tag auch noch um 7 Uhr aufgestanden war, konnte er einfach nicht mehr und bat mich, heute diese Schicht zu übernehmen. Kein Problem, dachte ich. Kurz vor 24 Uhr wurde Susi unruhig, ein Zeichen dafür, das er raus musste. Also Leine ran und ab auf die Wiese. Da bei uns oben auf dem Berg immer ein Lüftchen weht, welches im Winter sehr eisig sein kann, habe ich mich in den Schutz einer Ecke gestellt. Zwei Eingänge weiter verließ ein Mann sein Haus und ging zu seinem Auto. Das ist nichts Ungewöhnliches, denn viele pendeln bekanntlich zwischen Ost und West. Doch plötzlich stand der Mann vor mir und da ich ja in der Ecke stand, hatte ich auch keine Chance, aus dieser zu kommen … außerdem war da auch noch Susi, der 3m entfernt auf der Wiese rumschnüffelte. Nun mache ich ja aufgrund meiner Figur und dann auch noch mit einer dicken Lederjacke bekleitet, nicht unbedingt einen zerbrechlichen Eindruck, aber das interessierte diese Person nicht. Zielstrebig griff er nach meinem Hals, murmelte ständig, ich würde das jetzt bekommen, was ich verdiene und fummelte in seiner Hosentasche. Ich schrie los, in totaler Todesangst. Aber das störte den Kerl in keinster Weise, er schaute nicht einmal die Fensterfront hoch oder so. Im Licht der Straßenlaterne erkannte ich, das er mittlerweile aus seiner Tasche einen Elektroschocker gezogen hatte. Irgendwie funktionierte das Ding wohl nicht so, wie es sollte, denn er war kurzzeitig abgelenkt. Das war meine Chance: Ich drehte mich aus der Ecke, schnappte mir beim ins Haus rennen Susi (aus irgendeinem Grund hatte ich die Haustür offen gelassen) und warf mich von innen dagegen. In Sicherheit ….

Natürlich habe ich rocon sofort geweckt, allerdings war der Kerl schon verschwunden. Keine Chance, ihn im Wohngebiet zu finden …

Nach ein paar Schnaps (zur Beruhigung) und gutem Zureden von rocon erklärte ich mich bereit, wenigstens am nächsten Tag Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Allerdings wurde mir sehr wenig Hoffnung gemacht, dass sie den Täter jemals finden würden. Aber es sollte anders kommen.

Fortsetzung folgt …

aufgeschrieben von Thor Löwenherz

PS: rocon ist der Opa-Papa, nur zum besseren Verständnis.

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